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Das nordische Modell

Verantwortlicher Autor: Bettina Keller Berlin, 08.11.2023, 23:09 Uhr
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Berlin [ENA] Das nordische Modell als Instrument gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung Ausstellungseröffnung Sexkauf ist Gewalt zu sehen in den nordischen Botschaften ,Felleshus , Rauchstr.2, 10787 Berlin .Dazu gab es am 24.10.2023 eine recht lebhafte Podiumsdiskussion, die sich mit dieser Gesetzgebung beschäftigte. Eröffnet wurde dies von Anna Ekstedt,Schwedens Sonderbotschafterin für die Bekämpfung des Menschenhandels.

Weitere Teilnehmer waren Nathalia Guaje von der Organisation Women`s Lobby , Karolina Larsson von #Intedinhora , Jana Anouk Netzwerk Ella und Marie Kaltenbach vom Bündnis Nordisches Modell. Prostitution ist die häufigste Form des Menschenhandels und eng mit dem organisierten Verbrechen verflochten. Der Kauf von Sex ist eine Ausbeutung von schutzbedürftigen Frauen und Mädchen, die häufig bereits sexuelle Gewalt erfahren haben.

Vielen Menschen in Deutschland ist die nordische Gesetzgebung überhaupt nicht bekannt. Schweden hat seit 1999 eine Gesetzgebung, die den Kauf sexueller Dienste unter Strafe stellt. Auch die Vermittlung solcher Dienste durch Bordelle oder Zuhälter u. a. fällt unter dieses Verbot. Der Verkauf sexueller Dienste hingegen ist nicht strafbar. Im Jahr 1999 wurde mit diesem Gesetz Neuland betreten. Seitdem haben Länder wie Norwegen, Frankreich, Kanada und Irland ebenfalls diesen Weg eingeschlagen. Im Gegenzug dazu hat Deutschland einen ganz anderen Weg eingeschlagen der sich im Prostituiertenschutzgesetz zeigt.

Das ist das ganz krasse Gegenteil zu den nordischen Ländern und stellt Deutschland als gute Einnahmequelle für Zuhälter und Menschenhändler dar, denn die Dunkelziffer von Frauen die zur Prostitution gezwungen werden ist in Deutschland groß. Oft sind es auch Frauen aus Osteuropa , aber auch aus den afrikanischen Ländern die ausgebeutet werden. Und da ist Schweden mit seiner Gesetzgebung gut aufgestellt. Seit Inkrafttreten des Gesetzes in Schweden hat die Zustimmung der Bevölkerung schrittweise zugenommen. Heute wird das Gesetz von einer großen Mehrheit der schwedischen Bevölkerung unterstützt.

Mit der aus dem Gesetz resultierenden Normverschiebung ist die Nachfrage nach sexuellen Diensten gesunken. Und mit einer sinkenden Nachfrage sinkt auch die Attraktivität Schwedens bei Menschenhändlern .Es stellt sich die Frage wie man mit den im Web immer beliebter werdenden Plattform Onlyfans umgehen wird , denn auch dort werden erotische Handlungen gegen Bezahlung angeboten. Allerdings entscheidet dort derjenige was er wem preisgibt und in sofern ist das gewiss keine Ausbeutung, aber zu beobachten.

In der Ausstellung schildern Überlebende der Prostitution ihre Realität. Sie soll zur Diskussion einladen, wie wir auf EU-Ebene Menschen in der Prostitution besser schützen und die Nachfrage nach käuflichem Sex senken können. Eine Ausstellung der Schwedischen Botschaft in Zusammenarbeit mit der Swedish Women’s Lobby. Alles in allem war dies eine gelungene Veranstaltung und hat so manchen Besucher nachdenklich werden lassen was dieses Gesetz anbelangt.

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