
RBI: 20 Jahre EU - Osterweiterung
Wien [ENA] Die Raiffeisenbank International hat bei einer Pressekonferenz in Wien über "20 Jahre EU - Osterweiterung" über Erfolge und Perspektiven referiert. Gleich vorweg, die EU - Erweiterung nach Zentraleuropa wird als ein großer Erfolg für die Regionen, die EU und österreichische Großbanken gefeiert. Das hat auch damit zu tun, dass der Aufholprozess ziemlich erfolgreich war, besonders in den Ländern Tschechien und Slowakei
Das Handelsvolumen mit Zentraleuropa ist in der Zwischenzeit schon fast so wichtig wie der Handel mit Deutschland. Heute beträgt die Wirtschaftskraft der Länder Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn und Slowenien circa 150% der Wirtschaftsleistung der Niederlande, betont Gunter Deuber, Chefökonom der RBI. Die hohe Handelsoffenheit der Region und starke ausländische Direktinvestitionen tragen natürlich auch zu den Erfolgen bei. Im Vergleich mit einigen südeuropäischen Ländern wie Griechenland oder Italien, war der Wohlstand in Zentraleuropa gegenüber dem EU-Durchschnitt nicht maßgeblich betroffen. Etwas weniger positiv sehen die Analysten die politische Entwicklung in einigen dieser Länder.
Denn der wirtschaftliche Erfolg der EU-Osterweiterung ist nicht unbedingt ein Garant gegen Populismus oder geopolitische Verwerfungen. Natürlich stellt sich die Frage, ob Wohlstand und Konsum allein die Menschen glücklich und zufrieden macht. Wahrscheinlich thematisieren die rechten Parteien dieses "Unbehagen in der Kultur " und schüren den Zweifel an dem Modell "Wohlstand für alle." Besonders die von der EU verordnete Zuwanderung wird als hoher Preis für die EU-Wirtschaftshilfen angesehen. Aber auch der zunehmende Eingriff in Natur-und Kulturgüter, der natürlich mit einer offensiven Marktstrategie schwer zu verhindern ist, löst Ängste und Zweifel aus, die von verschiedenen politischen Strömungen instrumentalisiert werden.